Beyond Gaming: Mobile eSport?

Diese "Technik" von der immer alle reden... sie schreitet voran! In Richtung eSport unterwegs? Man weiß es nicht.

Jakob | bermuda 01.06.15

Nachdem Blizzards Online-Kartenspiel Hearthstone im April für alle neueren Smartphones erschienen ist, möchten wir uns mobiles Gaming einmal genauer ansehen. Wo gehen die Trends hin? Was ist inzwischen alles möglich? Und könnte es in Zukunft sogar eSport für unterwegs geben? Das und mehr erfahrt ihr in dieser Ausgabe von Beyond Gaming.

Core or casual?

Der Großteil der Gamer im mobilen Bereich sind zweifellos die Casualspieler (engl. "casual-" = Gelegenheits-). "Clash of Clans" und "Candy Crush" lassen grüßen. Der elitäre Kreis der Hardcoregamer (engl. "core" = Kern) ist hier relativ klein. Oder etwa nicht? Vielleicht sollten wir zunächst einmal klären, was ein Core-, beziehungsweise ein Hardcoregamer ist. Natürlich sind mobile games für die breite Masse, und somit für die Casuals gemacht. Hier mal eine Runde "Candy Crush" nebenbei, dann noch kurz bei "Clash of Clans" einen Angriff auf den Kumpel starten und das war es dann auch. Doch der Hardcoregame ist da weitaus ambitionierter. Er möchte auf dem ersten Platz in seiner Liga sein und muss auch das letzte Level von Candy Crush mit Höchstpunktzahl abschließen. In guter alter Pokemon-Manier will er eben der allerbeste sein, sonst ist er nicht zufrieden. So oder so ähnlich jedenfalls. Doch gibt es so einen Core überhaupt bei den mobilen Games?

"Clash of Clans" beispielsweise wird auf Twitch gestreamt. Der Zuschauer kann den Streamern über die Schulter schauen, wie sie um die ersten Plätze der Rangliste kämpfen. Einzelne Gamer veranstalten sogar 24-Stunden-Streams. Da kann man durchaus von einem wettkampforientierten Core sprechen.

Mit "Real Racing" von Electronic Arts (EA) haben die mobilen Games auch ein kompetitives Rennspiel im Stall. Der Spieler kann sich hier mit anderen Fahrern im Multiplayer messen. Sogar die Teilnahme an verschiedenen Turnieren ist möglich. Ob hier von einem festen Core gesprochen werden kann, ist fraglich, jedoch nehmen sich einige Spieler das mobile Autorennen sicherlich sehr zu Herzen und spielen nicht nur "just for fun".

Ein Vertreter aus dem Ego-Shooter-Genre ist auch zu finden. "Modern Combat" vom Entwicklerstudio Gameloft ist ein multiplayerfähiger Shooter mit eigenen Ligen für Team- und Einzelkämpfer. Auch hier gibt es Spieler, denen ihr Platz auf der Rangliste sehr wichtig ist. Einen festen Kern eben.

Das Onlineportal Skillz.com bringt die Welten der Core und Casuals zusammen. Hier können gewöhnliche Casualgames im Turniermodus gespielt werden. Gegen Freunde oder Gegner aus aller Welt. Das Besondere dabei: Es ist echtes Geld im Spiel. Gewinnt ein Spieler ein Turnier, fließt das Preisgeld. Zwar überwiegend kleinere Beträge, aber trotzdem echtes Geld. Die Plattform wirbt mit dem Slogan: "eSports for Everyone". Doch kann man das wirklich schon eSport nennen?

Die Problematik

Es gibt also viele Möglichkeiten sich via Handy und Tablet mit anderen zu messen. Trotzdem gibt es hier noch einige Stolpersteine, die wir überwinden müssen, bevor wir vom eSport reden können. Es gibt genügend Titel, die sich theoretisch für den eSport eignen würden. Jedoch sind viele dieser Titel sogenannte "pay-to-win"-Spiele. Der Spieler kann mit Echtgeld (Microtransactions sind hier das Stichwort) Gegenstände oder Verbesserungen erwerben, die ihm einen Vorteil verschaffen. Damit sind diejenigen, die bereit sind mehr Geld zu investieren, immer jenen voraus, die das nicht tun. Beim eSport sollten jedoch faire Bedingungen herrschen. Jeder Spieler sollte die gleichen Ausgangsbedingungen haben; konventionelle eSport-Titel wie Starcraft II oder Dota sind hier gute Vorbilder.

Ein Stolperstein für den mobilen eSport ist außerdem die Abhängigkeit vom Netz. Natürlich müssen die Spieler ständig mit dem Internet verbunden sein. Doch abseits der heimischen Gefilde ist der Gamer entweder vom öffentlichen WLAN oder von den mobilen Daten des eigenen Gerätes abhängig. Wenn dann plötzlich die Netzabdeckung streikt oder gar das Datenvolumen aufgebraucht ist, kann das zum echten Problem werden. Dies sollte auf jeden Fall behoben sen, bevor vom mobilen eSport gesprochen werden kann.

Ein weiteres Problem stellen die zu ungenauen Kontrollmöglichkeiten dar. Der meist kleine Bildschirm der Smartphones erlaubt keine sehr genaue Steuerung die für einige Games nötig wäre. Doch dann sind da ja noch die Tablets. Größere Bildschirme, genauere Touchscreens, bessere Handhabung. Eine Trendwende ist bereits bei den Hearthstone Turnieren zu erkennen, denn diese wurden teilweise schon auf Tablets ausgetragen. Zudem entwickeln sich Smartphones und Tablets mit jedem Jahr weiter, womit dieses Problem in Zukunft wohl der Vergangenheit angehören dürfte.

Trends und Möglichkeiten

Obwohl sicherlich der meiste Umsatz mit den Casualgames gemacht wird (womit wir wieder bei den Microtransactions wären), lässt sich auch ein Trend in die Richtung der Indie- und Kunstspiele erkennen. Titel wie "Badland" oder "Monument Valley" ähneln eher Projekten künstlerisch ambitionierter Informatiker als Cash-Maschinen der großen Entwickler. Mit überraschend hübschen Grafiken und mehr oder weniger innovativen Gameplaymechaniken stechen sie aus der breiten Masse der Spiele für zwischendurch heraus.

Was inzwischen im mobilen Bereich alles möglich ist, zeigt Sonys Playstation Vita. Seit einiger Zeit kann über die Playstation 4 auf die PS Vita gestreamt werden. Dadurch können auch AAA-Titel auf dem kleinen Bruder der Playstation 4 gezockt werden. "Remote Play" heißt das System, bei dem die beiden Geräte jedoch noch im selben Netzwerk angemeldet sein müssen. Trotzdem zeigt diese Art des konsolenübergreifenden Streaming, was inzwischen alles möglich ist. In Zukunft könnte das auch auf andere Geräte wie Tablets oder Smartphones übertragbar sein. Auch heute schon kann man einige PC-Spiele auf den mobilen Geräten spielen. Die Telltale-Entwicklerstudios beispielsweise bringen ihre Point'n'Click-Adventures auch für Tablets auf den Markt. "The Wolf Among Us" ist ein gutes Beispiel für eine solche Umsetzung.

Diese Beispiele zeigen einen klaren Trend in die Richtung der Crossplattform-Games. Ein Spiel; für jedes Gerät zugänglich. Ob es in Zukunft Games geben wird, die nur für das Tablet gemacht sind, ist fraglich. Jedoch nicht auszuschließen. Und wenn das geschieht, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich der eSport auf den mobilen Geräten etablieren wird. Wenn wir schon bei bei eSport auf mobilen Geräten sind, sehen wir uns doch Blizzards Online-Kartenspiel Hearthstone einmal genauer an.

Hearthstone: Mobile eSport?

Wenn es um Hearthstone im Zusammenhang mit eSport geht, gehen die Meinungen stark auseinander. Die einen sagen, es sei zu Casual und enthalte zu viele Zufallselemente. Auf der anderen Seite werden regelmäßig Turniere mit ansehnlichen Preisgeldern veranstaltet. Und die professionelle Szene wächst. Das Kartenspiel ist fast dauerhaft unter den meistgesehenen Games auf Twitch.tv. Hearthstone ist im April diesen Jahres für Smartphones erschienen, für Tablets gibt es das Kartenspiel seit circa einem Jahr. Daher ist es gut möglich, dass die Profis der Szene nun beispielsweise während einer Zugfahrt oder im Bus ihre Turnierrunden bestreiten. Da kann doch schon von mobilem eSport gesprochen werden, oder? Nun ja, es ist und bleibt leider eine Emulation von einem Computerspiel.
Damit liegt es im Auge des Betrachters, wie er mobilen eSport definiert. Entweder damit, dass ein Spiel speziell für Tablets und Smartphones entwickelt wurde. Oder daran, dass es unterwegs gut spielbar ist.

Wir sind hier auf eine sehr frische Diskussion gestoßen und daher die Frage an euch: Können sich eSport Titel für die mobilen Geräte durchsetzen?

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Autor: Jakob | bermuda

Jakob. Vasall der Redaktions-Fraktion seit etwas über einem Jahr. Abseits von Bonjwa bin ich Technikjournalismus & PR-Student im fünften Semester, Kletterfreund und Hearthstone-Mastermind. Die eSport-Szene verfolge ich seit 2010 und in Zukunft versorge ich euch mit allem, was mir zur Gamingwelt durch den Kopf geht.

1. Juni 2015 - 11:43
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The Hoff
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02.05.2017 - 22:02
18.03.15
16

Ich verstehe nicht, warum man es nicht mal mit einigen Spielen auf "neuen" Platformen versucht.

Spiele wie Starcraft oder CnC eignen sich doch super auch für Tablets. Was man mit dem Mauszeiger macht, kann man doch wunderbar auch mit dem Finger machen. Ob das nun competitiv funktioniert muss sich zeigen, aber zumindest für die Kampagne wäre das doch eine Möglichkeit.

Aber da man das schon auf der Wii, die sich durch die Wiimote mE auch super dafür eignen würde, "verschlafen" hat und nichts in der Hinsicht brachte, wird sich da wohl nie etwas auf dem Sektor tun.

1. Juni 2015 - 12:56
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WurstMitBrot
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10.11.2015 - 14:37
06.03.15
4

The Hoff damit lässt du aber die Hotkeys ausser Acht. Starcraft nur mit der Maus oder gar nur mit dem Finger würde ich nicht spielen wollen. Da müsste die Steuerung gewaltig angepasst werden.

1. Juni 2015 - 14:18
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Selendis
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28.09.2018 - 08:13
11.05.15
31

Stimme WurstMitBrot absolut zu.

SC2 wird man wohl nicht auf ein Tablet projezieren können, dafür ist die Steuerung zu "komplex". Selbst die Kampagne kann ich mir auf einem Tablet nicht vorstellen, da auch hier Timings gelten und das nur mit dem Touchdisplay? Hm...

Nun kann man sagen, dass ja auch Tablets gibt an denen man Tastaturen anschließen kann, aber sind die dann immernoch mobil im klassischen Sinn? Immerhin brauch man dann wieder eine glatte oberfläche für die tastatur und dann kann man auch seinen Laptop mit Gear mit auf Reisen nehmen, käme wahrscheinlich aufs gleiche raus.

1. Juni 2015 - 14:32
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Diesel
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13.09.2018 - 22:50
06.03.14
188

Nu stellt Euch nicht so an! Was Stephano kann.... https://www.youtube.com/watch?v=aoNMWORzPys :D

1. Juni 2015 - 15:08
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Cranium
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29.10.2017 - 08:59
15.11.13
205

Sowas kannerst richtig funktionieren wenn man Gedanken in das Spiel fließen lassen kann. Also man wählt die Probe aus und denkt an einen Pylon und puff, sie baut einen .

1. Juni 2015 - 17:09
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Bomber
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30.11.2015 - 20:26
03.08.14
151

Dann muss ich die Probe auch nicht mehr auswählen sondern kann einfach denken "die Probe dort baut jetzt Pylons"

Wenn das passiert, ist Mobile Gaming wohl der irrelevanteste Faktor dafür :D

1. Juni 2015 - 21:32
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Narcissist
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30.05.2016 - 14:44
27.03.15
14

Ich war mit Hearthstone auf dem Smartphone sofort dabei und sehe schon eine Zukunft für weitere Spiele in Richtung ESport auf dem Tablet. Das bedienen eines Tablets ist halt mehr als anstrengend, aber ich denke wenn sich da mal ein paar schlaue Köpfe hinsetzen bekommt man das bestimmt hin mit einer schlauen Benutzeroberfläche Spiele wie z.b. SC2 zu spielen. (Benutzeroberfläche z.b. = Kreismenü oder "man wählt die Probe aus und denkt an einen Pylon und puff, sie baut einen" ~Cranium )

1. Juni 2015 - 22:57
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DamnMike
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01.06.2015 - 22:57
02.03.15
3
Hearthstone ist auf meinem S4 ohne Lupe nicht spielbar. Das ist für mich der Hauptgrund das es über das Handy oder Tablett wirklich eine richtige esports Liga geben wird.
2. Juni 2015 - 12:51
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Diesel
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13.09.2018 - 22:50
06.03.14
188

Eine HS-Liga o.ä. auf Mobile Devices kann es aber nur geben, wenn man die Animationen abstellen kann. Selbst auf dem PC wird das Ausführen des Zuges knapp, wenn man Grim Patron spielt. Auf dem Handy wirds fast unmöglich :D

2. Juni 2015 - 14:51
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Muffinman
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25.04.2018 - 22:07
15.11.13
370

Wenn in naher Zukunft die Steuerung des "Project Soli" von Google in die Geräte eingebaut wird, könnte ich mir Starcraft auf einem Tablet durchaus vorstellen. Wird wohl aber immer noch einen Unterschied bei der Schnelligkeit geben im Vergleich zum PC. Etwa so wie das Zielen bei einem Ego-Shooter auf der Konsole schwieriger ist.

http://www.computerbase.de/2015-05/project-soli-google-erforscht-fingerg...

2. Juni 2015 - 20:49
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bermuda
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06.12.2017 - 17:25
16.11.13
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Die vergleichsweise schlechte Kontrolle und die Lags die man z.B. bei Hearthstone auf dem Smartphone hat sind echt ein großes Problem. Aber eine coole neue Technik die Google da entwickelt, danke Muffinman :) Das könnte echt zu einer kleinen Revolution führen.

3. Juni 2015 - 17:38
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Shiek
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19.03.2016 - 19:52
16.03.14
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HM ich glaube nicht das dass so schnell realisiert werden wird. Starcraft 1 gab es damals für den n64. Wer weiß das? Fast niemand. Warum? Es war ein riesen flop weil die Steuerung leider brutal schlecht war. Leider basiert starcraft auf Schnelligkeit und lebt von einem extrem präzisen setup ansonsten kann man das game in die Tonne drücken. Ist sogar noch deutlich schlimmer als CS mit controller zu spielen :D
3. Juni 2015 - 20:42
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Mamba
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04.05.2016 - 16:36
03.08.14
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PC - Masterrace