Gamescom: Messe statt Klasse

Mit gut 345.000 Besuchern über 5 Tage hat die Gamescom ihren Besucherrekord gehalten - und so entstehen lange Warteschlangen und wenig Möglichkeit zum Spielen. Sind so viele Besucher gut für eine Messe, wenn man einfach nicht zum Spielen kommt?

Cranium 24.09.16

Mit gut 345.000 Besuchern über fünf Tage hat die gamescom ihren Besucherrekord gehalten. Konnte wirklich jeder der 345.000 Besucher das machen was er wollte, oder musste er sich aufgrund der vollen Hallen entscheiden, wo er lieber sechs Stunden anstehen will? Ein kritischer Blick auf eine der größten Spielemessen in Europa.

Zu lange Wartezeiten?

Vergangenes Jahr besuchten genauso viele Menschen die Messe wie in diesem Jahr. Für mich war es nach vielen Jahren Messeabstinenz wieder mal Zeit, von Stuttgart nach Köln zu fahren. Auf dem Plan stand ein Besuch bei Activision und bei Oculus Rift. Aufgrund eines Fachbesuchertickets konnte ich gut eine Stunde früher als reguläre Besucher in die Hallen und hatte angenehme Wege ohne großes Gedrängel. Doch ab 11 Uhr war es vorbei. Da wollte ich nach einer längeren Wartezeit bei Call of Duty doch lieber zum Oculus Stand. Dort aber verging mir die Lust, denn was ich da vor mir sah, war nicht nur eine der längsten Schlangen auf der Messe, sondern auch Menschen, die mit Campingstühlen, Hockern und Matten runde sechs(!) Stunden auf circa 20 Minuten Gameplay warteten. Ein bisschen versüßt hat mir den Tag aber der Ausgang von Oculus Rift. Denn öfters kamen die Besucher kreidebleich aus dem Booth, da viele mit Motion Sickness (link is external) zu kämpfen hatten. An der Wand lehnten auf einmal zehn Menschen, die sich mit aller Gewalt gegen das Übergeben gewehrt haben. Für Besitzer eines Wochentickets ist das sicher sinnvoll. Doch für die Menschen, die es nicht schaffen, sich in der Woche freizunehmen, ist es schlichtweg unmöglich, mehr als zwei große AAA-Titel anzuspielen - ihnen fehlt schlicht die Zeit dazu. Viel Prunk und Protz bei den großen Titeln, während sich die wahren Perlen der Messe in der Indie Area versteckt haben. Hier waren es moderate Wartezeiten für lustige und teils unglaublich geniale Spiele. Ich persönlich hoffe auf eine neue Indie Area im nächsten Jahr.

Foto: Koelnmesse

Zu viele Besucher?

Außerdem ist es eine Qual, um die Mittagszeit durch die Hallen zu gehen. Im Mittelgang wird es unerträglich heiß, es staut sich an jedem Eingang zu den Hallen und manchmal bilden sich mittem im Weg Menschentrauben. Durch die Masse an Menschen kommt es zu einem Rückstau, der fast bis an die Eingänge zu spüren ist. Am Freitag und Samstag hatte die Messe einen Zulauf, der wirklich unglaublich war. Persönlich wünsche ich mir eine Verringerung der Besucherzahlen auf 300.000. Es fehlt einfach an Platz auf einer Messe, die mit ihren 193.000 m² eine weitaus größere Fläche als vor 2 Jahren aufweist - die aber dennoch nicht reicht. Zudem hat entsteht das Gefühl, durch eine Halle mit vielen großen Würfeln zu laufen - die meisten Publisher machen sich wenig Mühe für ihre Bühnen. Vor ein paar Jahren konnten wir noch Bühne betrachten, die vor Details gestrotzt haben. Heutzutage sind es vorrangig schwarze Klötze mit riesigen Reklamen zu dem jeweiligen Spiel. Es mag Nörgeln auf hohem Niveau sein, doch es geht der Charme einer Messe verloren, die eigentlich den Sinn hat, die Spiele von Morgen zu präsentieren - und sie auch spielen zu lassen.

Foto: Koelnmesse

Wie ist es bei euch? Konntet ihr alle eure Wunschtitel anspielen oder war es schlicht zu voll?

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Cranium

Moritz, 21 Jahre und aus dem wunderschönen Schwabenland. Inzwischen CS:GO Suchti und Fanatic Fanboy. #TeamWawu

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25. September 2016 - 23:28
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EvD
Benutzer
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19.11.2016 - 12:44
20.09.15
21

Was soll ich sagen... Dank eines Aussteller Tickets, das mir gestellt wurde war ich in der lage eine Stunde früher rein zu kommen um mir so einen, in der tat unfähren Vorsprung zu sichern. Habe mir auch ein zwei Sachen angeschaut, doch muss ich ganz ehrlich gestehen das ich mir nicht all zu Zeit viel für die AAA-Titel genommen habe. Es ist meist ein nicht wirklich liebevoll dargestelltes Produkt, das zudem nach schema A funktioniert und alt bekanntes mit kleinen neuerungen das versucht das Spieler mit besserer Graphik schmakhaft zu machen. Da gehe ich lieber in die Indie Arena, schau mir kleine Spiele an und sehe wirklich neues, Spiele bei denen man ab und an wirklich überrascht werden kann. Zumal es in den Indie bereichen nicht wirklich voll war, und auch angenem für leute die freund von "einer Armläge abstandes" in Köln sind XD Also weniger besucher oder größere fläche, und von den Besuchern ein größeres interesse an den Indie spielen... (Grüße von dem, der bei der Gamescom für die UNI gelernt hat ... am Samstag mittag XD ... weil in den Indie bereichen nichts los war XDD)

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