Korea - An ongoing Story

Weiter geht es. Diesmal schauen wir auf die Spieler und den eSport als eigenständige Kultur in Korea

Moritz | Cranium 28.10.14

Nachdem wir uns im ersten Teil der Serie mit der Entstehung des eSports im Land des Gangnam Styles und Martial Arts beschäftigt haben, schauen wir nun auf die Spieler selbst. Sind diese wirklich die Stars oder haben wir im Westen ein falsches Bild?

Jeder kennt Jaedong, weit gefeiert über die Landesgrenzen. "Raise your Dongers" ist nur einer der Sprüche, die bei großen Events in die Kamera gehalten werden. Doch wie hat es ein Spieler geschafft, sich so zur Popfigur eines ganzen Sportes zu machen? Alles begann damals im Jahre 1990, Jae Lee Dong wurde geboren. In seinem ersten Jahr als Profi gewann er schon über 70 Prozent aller Spiele. Dies brachte ihm den Titel "Rookie of the Year" ein. Damit kommen wir auch schon zu einem der ersten Punkte für den großen Erfolg von eSportlern in Korea: Sobald es ein Spieler schafft, außergewöhnliche Sachen zu vollbringen so wie es Jaedong tat, werden die Menschen aufmerksam und haben Lust denjenigen beim Spielen zu beobachten.

Im ersten Teil sind wir bereits auf die Finanzkrise in Asien eingegangen. Korea befand sich in einer Phase, in der niemand so recht wusste wie es weiter geht. Die Menschen suchten sich etwas, woran sie sich orientieren und festhalten konnten. Der eSport trat auf die Bühne und schlug ein wie eine Bombe. Die Regierung förderte die Entwicklung und Zukunft des Sportes, indem sie gezielt dafür warb und Gelder in die verschiedensten Konzepte steckte. Alsbald entstand schließlich die KeSPA, den genauen Ablauf der Ereignisse könnt ihr im ersten Teil lesen. Mit der KeSPA wuchs auch das Medieninteresse immens, denn mit dieser Institution gab es weltweit eine der ersten einheitlichen Regeln für Turniere im eSport und speziell in Starcraft.

Ich bin ein Star, holt mich hier nicht raus!

Es entwickelte sich langsam aber sicher ein ziemlich großer Medienhype um verschiedene Spieler, wie den am Anfang erwähnten Jaedong. Dieser schaffte es unter anderem, in seiner Karriere die goldene Maus zu gewinnen. Diese Auszeichnung wird nur den Spielern verliehen, die im Stande sind drei OSL-Siege in Folge holen. Doch Star zu werden ist bei weitem nicht einfach. Viele Progamer haben im Schulalter angefangen ihre Karriere zu verfolgen, doch wie soll ein geregeltes Training stattfinden, wenn sich die Schulzeiten an denen einer Ganztagesschule orientieren. Die Schulbildung ist trotz des Stellenwertes des eSportes ein hohes Gut. Nicht umsonst boomed die Industrie mit Kursen, die den Schülern in ihren Ferien wieder auf die Beine helfen, falls es mit den Noten nicht so klappt. Ihr bekommt einen Einblick mit dem Film von Valve. Auch haben wir in der Vergangenheit oftmals gehört, dass Topgamer wegen des Militärdienstes ihre eSport-Karriere kurzzeitig oder gar vollends auf Eis gelegt haben. Zwei promimente Beispiele aus der CS-Szene wären hier bail und solo. Hinzu kommt, dass die Leistungsdichte in Korea einfach dermaßen hoch ist, dass es sehr schwer fällt, dort aus der Masse herauszustechen. Viele Koreaner versuchen daher, sich im Ausland einen Namen zu machen (Polt in Amerika, MC in Deutschland).

Mittlerweile haben auch größere Firmen den eSport für sich entdeckt. Die drei größten Unternehmen in Korea (SK Telecom, Samsung und Korea Telecom) sind jeweils Sponsor eines eigenen Teams. In Deutschland könnte man die Firmen mit der Telekom und Volkswagen vergleichen. Die Popkultur geht sogar so weit, dass sich Airlines die Gesichter von bekannten Spielern auf ihre Flugzeuge drucken lassen. Dies geschah zum Beispiel bei Jin Air und dem gleichnamigen Team Jin Air Green Wings.

Wie man sieht, hat Korea den eSport zu dem gemacht, was in etwa der Fußball bei uns ist. Jetzt liegt es an uns, diese Entwicklung auch in Deutschland weiter voranzutreiben.

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Autor: Moritz | Cranium

Moritz, 21 Jahre und aus dem wunderschönen Schwabenland. Inzwischen CS:GO Suchti und Fanatic Fanboy. #TeamWawu

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