Korea 부분세 - Zwischen Wetten und Teamhäusern

Der letzte Teil ist da, diesmal mit kriminellen Machenschaften und stolzen Fans.

Moritz | Cranium 17.11.14

Aller guten Dinge sind drei, so auch die Korea-Triologie. Im dritten und letzten Beitrag aus Korea blicken wir in die Tiefen der Wettmafia und erkunden weitere dubiose Geschehnisse in Korea.

Wettbetrug im esport?

Wettbetrug im eSport ist zum Glück noch nicht so groß, wie es inzwischen im Profifußball oder anderen Sportarten ist. Doch mit der Eröffnung der ersten eSport Wettanbieter hält auch die Wettmafia in unserem virtuellen Sport Einzug. In Europa gab es bisher nur kleinere Fälle von Betrug, doch Korea musste schon große Skandale überwinden.

Im Jahre 2010 gab es den bislang größten bekannten Zwischenfall in Korea. Er sollte als „Match Fixing Scandal“ in die dunkle Seite der Geschichte des eSports eingehen. sAviOr ist dem gemeinen Fan bekannt, denn der Zerg war 2010 bei CJ Entus unter Vertrag. Er galt bei vielen jungen Koreanern als Vorbild und wurde auch von diesen verehrt. Mit zehn anderen Profispielern drehten sie Spiele wie es passte. Folgende Spieler waren involviert:

By.1st von Hite Sparkyz
DarkElf von Airforce ACE
go.go von Hite Sparkyz
Hwasin von STX Soul
Justin von Hite Sparkyz
Luxury von KT Rolster
ShinHwA von Hwaseung Oz
type-b von Hite Sparkyz
Upmagic von eSTRO
YellOw(ArnC) von Hite Sparkyz

Diese Spieler waren die Hauptakteure in dem Skandal um vorsätzlich verlorene Spiele, der am 16.Mai 2010 von offizieller Seite bestätigt wurde. In Korea brach eine Welt zusammen. Die besten Spieler warfen ihre Karrieren für ein wenig mehr Geld weg, denn eines war sicher – nie wieder würde einer dieser Spieler in Starcraft II Turniere bestreiten. Welche Beträge geflossen sind wurde bis heute nicht sicher geklärt, aber an den Spielern wurde ein Exempel statuiert, um andere Progamer abzuschrecken. Neben dem lebenslangen Ausschluss aus der KeSPA und allen zugehörigen Turnieren wurden jeweils folgende Strafen verhängt.

go.go - 11 Millionen Won (ca. 8.050,05 Euro)
Hwasin - 11 Millionen Won (ca. 8.050,05 Euro)
Luxury - 12.5 Millionen Won (ca. 9.147,78 Euro)
type-b - 11.5 Millionen Won (ca. 8.415,96 Euro)
Upmagic - 6.5 Millionen Won (ca. 4.756,85 Euro)
Justin - 3 Millionen Won (ca. 2.195,47 Euro) , 120 Stunden gemeinnützige Arbeit, 40 Stunden Glücksspielkurs, Drei Jahre auf Bewährung
YellOw(ArnC) - 2 Millionen Won (ca. 1.463,64 Euro)
sAviOr – 120 Stunden gemeinnützige Arbeit , 2 Jahre auf Bewährung
By.1st - 40 Stunden Glücksspielkurs, 1 Jahr auf Bewährung
ShinHwA - 40 Stunden Glücksspielkurs, 1 Jahr auf Bewährung

Von stolzen Fans und teamhäusern..

Ein zweites Phänomen ist in Korea schon länger bekannt aber große Beachtung wurde ihm nie geschenkt. So wie es die Ultras beim Fußball gibt, haben auch die koreanischen Fans radikale Ansichten, wenn es um ausländische Spieler geht. Per se haben sie nichts gegen die Herkunft oder Staatszugehörigkeit, doch sobald es Korea vs. Westen heißt, zeigen die Fans ihr wahres Gesicht. Ausländische Talente haben es allgemein sehr schwer, sich in dem Land des eSportes zurecht zu finden, wenngleich es die koreanischen Spieler im Westen relativ einfach haben, da die Spieler mit einem anderen Auge gesehen werden.

Nur wenige westliche Progamer konnten schon einmal in einem Teamhaus in Korea trainieren. Zu eben diesen wenigen gehört The Little One (TLO) aus Berlin. Er hat sich gegen sein Studium entschieden und ist für gut ein Jahr nach Korea gezogen.

Entsprechend groß war der "Medienrummel", als Dario Wünsch wieder in Berlin gelandet ist. Dennis Gehlen hat ihn damals am Flughafen empfangen und war einer der ersten, der ihm einige Impressionen und Eindrücke entlocken konnte.

Teamhäuser sind in Korea die Fußballcentren Deutschlands. Topmoderne PCs treffen auf karge Schlafmöglichkeiten. Alles ist auf die Performance ausgerichtet, so dass es schwierig ist, für diese Spieler länger als ein ganzes Jahr in einem Teamhaus zu leben. Der deutsche Caster Khaldor hatte damals das Privileg, als einer der ersten in Korea ein Teamhaus zu besuchen und im selbigen zu filmen. Erst durch solche Einsichten merken wir, wie klein der eSport doch noch bei uns in Deutschland ist.

Teamhäuser haben eine Tradition in Korea, deren Nutzen wir erst sehr spät im Westen erkannt haben. Dadurch haben die koreanischen Spieler einen immensen Vorsprung, da sie sich nicht ablenken lassen und voll auf das Spiel konzentriert sind. Neben TLO haben es nur wahre Größen nach Korea geschafft, unter anderem Acer’s Scarlett und Snute von Team Liquid. Doch macht es überhaupt Sinn, ein Teamhaus in Europa oder Amerika zu gründen? Diese Frage und wie es um die Szene in Europa steht, schauen wir uns in der nächsten Serie an: Europe – Still Behind?

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Autor: Moritz | Cranium

Moritz, 21 Jahre und aus dem wunderschönen Schwabenland. Inzwischen CS:GO Suchti und Fanatic Fanboy. #TeamWawu

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18. November 2014 - 11:20
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Wie gewohnt sehr gut informiert :) Freu mich schon auf die nächste Ausgabe :)