Blizzcon 2016: Neuankündigungen

Overwatch war im Blickfeld der ersten Zusammenfassung, doch Blizzard hat mehr in petto als pfeilschnelle Moba-Ballerei. Auch den anderen Franchises steht ein warmer Content-Regen ins Haus! Wir haben die wichtigsten Pläne von der Messe entführt und zur Sklavenarbeit in diesem Artikel gezwungen.

Max | Zahard 07.11.16

Auch wenn unser erster Artikel den Eindruck vermittelt haben könnte, dass die Menschen nur wegen Tracer, Winston und Co. ins sonnige Kalifornien strömten, gab es natürlich noch mehr zu sehen. Abseits der Ranglistenspiele um eine dystopische Zukunft im Comic-Look haben sich auch andere Games aus dem Hause Blizzard in unsere Herzen gebrannt. Was ihnen blüht, haben wir hier für euch zusammengefasst.

World of Warcraft: Legion

Auch wenn Anfang des Jahres alle Augen auf dem neuesten Franchise lagen, gehört die zweite Jahreshälfte eindeutig den Abenteurern aus Azeroth. Mit dem neuen Addon wurden vielen vorher verprellte Fans zurück in die gigantische MMO-Welt geholt und der Erfolg scheint sich auch langfristig halten zu können, beachtet man Verkaufs- und Viewerzahlen.

Was in Patch 7.2. alles neu kommt, würde an dieser Stelle sämtliche Rahmen sprengen. Das bloße Auflisten von Gameplay-Änderungen und -Erweiterungen steht allerdings im Schatten anderer bedeutender Ankündigungen.

Den Anfang macht ein neuer Selbstanspruch der Entwickler. Die Welt von WoW soll deutlich dynamischer werden und lebendiger wirken. Was das konkret heißt? Ab sofort soll sich nahezu täglich etwas in Azeroth verändern und entwickeln, sodass man bereits nach einer Woche über komplett veränderte Verhältnisse stolpern könnte. Damit soll die Community deutliche aktiver ins Geschehen eingebunden werden und wenn eine große Anzahl an Spielern gemeinsam ein bestimmtes Event abschließen, soll sich dies auf die gesamte Spielwelt auswirken. Wer das verpasst hat, wird beim nächsten Serverbesuch dementsprechend überrascht.

Außerdem will Blizzard die Struktur seiner Patches verändern. Nicht länger sollen Content-Erweiterungen in einzelnen, großen Patches kommen, wie z.B. 7.1., sondern ein stetiger Fluss an Neuerungen entstehen. Dies soll durch die stärkere Abgrenzung von verschiedenen Patch-Größen erreicht werden, die je nach Umfang unterschiedlich viel mit sich bringen. Definitiv ein durchdachtes Konzept, dass deutlich mehr Spieler bei der Stange halten könnte als bisher. Für eine umfangreichere Zusammenfassung empfehlen wir die offizielle Blizzard-Seite. (link is external)

Hearthstone

Wenig überraschend, dass auch der eSport-Titel mit dem gewissem Random-Faktor nicht in dieser Aufzählung fehlen wird. Dass in bereits bekannter Regelmäßigkeit eine neue Erweiterung erscheinen würde, war bereits vorher bekannt und nun wissen wir auch endgültig auf welchen klingenden Namen diese hören wird.

"Die Straßen von Gadgetzan" wird die neueste Erweiterung zur Wirtshaus-Schlacht im Warcraft-Universum. Wie der Name bereits vermuten lässt, verschlägt es die Spieler dabei in die zwielichtige Glücksspielstadt, in der drei Fraktionen um die Vorherrschaft kämpfen. Das besondere daran: Jede einzelen dieser Fraktionen vereint nochmals drei Klassen unter sich, die auf die jeweiligen Karten und Helden der entsprechenden Partei zurückgreifen können.

Quelle: Blizzard Blizzcon 2016 Presskit

So steht die "Gassenhauer-Gang" dem Jäger, Paladin und Krieger und die "Kabale" dem Magier, Priester und Hexenmeister zur Verfügung. Druide, Schurke und Schamane freunden sich indes mit dem "Jadelotus" an. Alle Fraktionen besitzen dabei ein eigenes Konzept und unterschiedliche Ausrichtungen, die ihre klassenübergreifende Nutzung unterstreichen soll. Wie gut das neue Konzept funktionieren wird, dürfen rauflustige Kartenspieler voraussichtlich Ende des Jahres selbst testen.

Heroes of the Storm

Dass Overwatch nicht das einzige Moba-Ass im Ärmel Blizzards ist, wird leider allzu oft vergessen. Sicherlich nicht mit der Popularität seiner Konkurrenten League of Legends oder Dota gepriesen, ist es als eSport mehr als ernstzunehmen, bedenkt man die momentanen Preispools verschiedenster Turniere.

Quelle: Blizzard Blizzcon 2016 Presskit

Nachdem im vergangen Update vor allem Starcraft-Freunde auf ihre Kosten kamen, dürfen nun WoW-Fans frohlocken. Die nächsten Neuzügange sind nämlich alte Bekannte: König Varian Wrynn und der legendäre Raid-Boss Ragnaros werden die multiversale Heldenriege in ihrer Schlacht unterstützen. Besonders interessant an dieser Ankündigung ist das Versprechen Blizzards, dass Varian der erste Held werden soll, der je nach Spiel- und Skillweise unterschiedliche Rollen ausfüllen kann. Durch die Wahl Gameplay-verändernder Talente soll man somit zum Beispiel zwischen einem Schild-tragenden Tank und einem Doppelklingen-schwingenden Assassinen entscheiden und sich dem Bedürfnis seines Teams anpassen können.

Quelle: Blizzard Blizzcon 2016 Presskit

Wie sich das Ganze anfühlt, werden Gamer rund um die Welt auch auf der ersten asymmetrisch angelegten Map des Spiels erfahren. Auf "Schwarzherz" müssen Angreifer und Verteidiger erstmals unterschiedliche Aufträge erfüllen. Während die Aggressoren nämlich fleißig Bleikugeln für das Schiff des Geisterkapitäns sammeln müssen, der den gegnerischen Nexus zerstören will, müssen die Gegner dies dementsprechend verhindern.

Auch für Leute interessant die nicht Hots spielen: Wer bis Anfang nächsten Jahres 15 Spiele mit einem Freund macht, bekommt den Oni-Genji-Skin. Wenn das mal kein Grund ist, in das Spiel einzusteigen.

Starcraft 2

Wer - wie ich - gehofft hatte, dass Blizzard den Niedergang der eSport-Szene unter Legacy of the Void ebenso erschreckend fand und gegensteuern würde, wurde wahrhaftig bitter enttäuscht. Nicht nur war das ehemalige Kronjuwel des Entwicklers nur eine Randnotiz im Verhältnis zu den anderen Franchises, auch die Ankündigungen lassen keinen Kurswechsel vermuten.

So wurde der Fokus abermals auf neue Coop-Missionen und Inhalte für Casual-Spieler gelegt, anstatt der frustrierten Competitive-Szene unter die Arme zu greifen. Als nächster Commander darf Alexei Stukov in den Kampf geschickt werden und das letzte Nova-Missionspaket wird am 22.November veröffentlicht. Ein Tropfen auf dem heißen Stein, bedenkt man die Schlagzeilen der letzten Zeit.

Eine interessante Nachricht hatten die Jungs und Mädels aus Irvine, Kalifornien, dann doch noch im Gepäck. Nachdem Google Deepminds "Alphago" Anfang des Jahres deutlich gegen die Go-Legende Lee Sedol gewonnen hat, ist nun das nächste Opfer der KI bekannt: Starcraft 2. "Da Deepmind mit Go die Spitze des Perfect-Information-Games besiegt hat, wird es Zeit, neue Herausforderungen zu suchen. Wie reagiert künstliche Intelligenz, wenn sie ähnlich wie im echten Leben Entscheidungen anhand von unzureichenden Informationen fällen muss?", so der Entwickler Oriol Vinyals. Wie sich die KI schlagen wird, bleibt abzuwarten, aber eine Analyse vergangener Deepmind-Matches hatten wir bereits in der Vergangenheit präsentiert.

Diablo 3

Das Beste kommt zum Schluss, aber bereits die Überschrift ist eine kleine Enttäuschung. Viel wurde geredet und gemunkelt, sogar von einem vierten Teil war die Rede, aber alle Vermutungen lagen falsch. Kein Addon, kein neues Diablo, keine umfangreiche Contenterweiterung für Reaper of Souls.

Dass der letzte Punkt dreist gelogen war, sollte Fans allerdings aufbauen. Wenige Tage vor der Blizzcon hatte bereits ein Screenart von einer angeblich neuen Klasse das Internet verunsichert und nun ist es Gewissheit: Der Necromancer aus Diablo 2 feiert ein Comeback! Ein komplett neuer Charakter mit eigenen Sets, Voicelines und Hintergrundgeschichte wird 2017 Sanktuario von dämonischen Kräften befreien und sich dabei primär auf die Macht der Toten stützen.

Quelle: Blizzard Blizzcon 2016 Presskit​​​​​​​

Sämtliche Fähigkeiten aus dem zweiten Teil sind wieder mit an Bord und wurden an den Nachfolger angepasst. So wird der Totenbeschwörer nicht nur die Möglichkeit haben, Verstorbene wiederzuerwecken, er kann sie auch einfach explodieren lassen! Ob er ihnen dabei vorher per Blutmagie die Energie aus dem Leib saugt oder Feinde mit Knochenspeeren aufspießt, bleibt ganz dem Spieler überlassen und sollte vor allem Nostalgikern große Freude bereiten.

Und alle, die sich zu letzterer Gruppe zählen, können sich gleich nochmal freuen. Das Ur-Diablo, wie es 1996 erschienen ist, wird in Form eines Dungeons im aktuellen Ableger zurückkehren. Sechzehn Ebenen und vier Bosse aus dem alten Teil dürfen erkundet bzw. vernichtet werden und sollten Retrogamern wie Neueinsteigern die Ursprünge der Serie näher bringen. Dass Besitzer von Reaper of Souls somit komplett kostenlos den ersten Teil nachspielen können, ist definitiv ein Schmankerl anlässlich des 20. Geburtstags.

Quelle: Blizzard Blizzcon 2016 Presskit​​​​​​​

Hingegen kostenpflichtig wird der Necromancer in eure Heldenriege stürmen. Ein Preis ist zwar noch nicht bekannt, aber Blizzard wird sich den Charakter inklusive weiterer Ingame-Goodies wie zwei weitere Truhenfächer und exklusive Transmogrifikationen wahrscheinlich gut bezahlen lassen. Ob man dafür den entsprechenden Preis zahlen möchte, muss jeder selbst entscheiden. Sollte das Modell Erfolg haben - so die Entwickler - könnte man sich eine Fortführung dieses Konzepts gut vorstellen. Ob dies anstelle eines echten Addons die Fans in Ekstase versetzt, lassen wir mal dahingestellt.

Wie habt ihr die Blizzcon 2016 erlebt?

Seid ihr zufrieden mit den Neuankündigungen oder hattet ihr euch mehr erhofft?

Autor: Max | Zahard

Als Student aus Leidenschaft schimpft man mich Redakteur in den Diensten Bonjwas. Meine eSport-Karriere begann mit der Spielzeug-Raserei Trackmania Nations vor ungefähr 7 Jahren und fokussiert sich momentan zu 100% auf Overwatch. Ein Game für die Götter :3

Außerdem zock ich leidenschaftlich Victoria 2 und Europa Universalis 4.

7. November 2016 - 20:57
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Exedo
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28.03.2017 - 16:34
27.03.15
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Das Ding mit Starcraft 2 ist folgendes: Die kompetitiven Spieler, die jeden Tag in die Ladder steigen und in den Zeiten, in denen sie nicht selbst zocken, Pros und solchen, die einfach unterhaltsam Sc2 zocken, zusehen, ist verschwindend gering. Starcraft ist so schon ein "Nebenspiel" von Blizzard, vergleicht man mal die Anzahl der Leute die bspw. WoW: Legion oder Overwatch täglich konsumieren. Unter diesen wenigen, tapferen Fans sind diejenigen in der Überzahl, die Co-Op als hauptsächlichen Spielmodus zocken. In einem Interview mit einem der Designer und Entwickler des Spiel, verantwortlich für diesen Co-Op-Aspekt von SC2, wird genau das ausgedrückt: Co-Op ist wesentlich beliebter als competitive play. Und so ist es klar, dass Blizzard als wirtschaftliches Unternehmen diese Kundenbasis bedient und zwar mit neuen Commandern, neuen Mission Packs etc. Wir try-harder und Zuschauer sind eine MInderheit in der Minderheit - und das auch schon seit längerem.

Starcraft 2 ist mein persönliches Lieblingsspiel und das seit Jahren. Ich gehöre nicht zu denjenigen, die "Dead Game" rufen, weil die Zuschauerzahlen der großen Turniere gering bleiben (knapp 40k beim WCS Finale - das packt LoL so nebenbei durch die normalen Streamer). Aber "bitter enttäuscht" wurde ich von der Blizzcon trotzdem nicht, einfach deshalb, weil der Starcraft-Multiplayer schon wesentlich vorab sein Blizzcon-Announcement bekommen hat in Form des Balance Redesigns. Das war von langer Hand angekündigt und genau so ist es abgelaufen - in Zusammenarbeit mit der (oftmals sehr undankbaren; s. Battle.net-Foren) Community. Ich freue mich sehr darauf, wie es mit Starcraft weiter geht und finde den Trend gut, dass wir Spieler nicht einfach vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Ich habe nichts gegen weitere "Casual"-Erweiterungen für SC2 wie Skins oder Announcer; mir zeigt das, dass Blizzard das Spiel nicht aufgibt, sondern den Support für das Spiel aufrecht erhalten und finanzieren will.

7. November 2016 - 22:25
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KGaru21
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20.11.2016 - 15:29
07.11.16
1

Naja, ganz so wenig waren es doch nicht Exedo. Im großen Finale waren mehr als 100k Zuschauer dabei; hab' extra nen Screenshot gemacht^^: https://twitter.com/KGaru21/status/795050009951617024

Ansonsten lag der Schnitt aber wohl schon so um die 30k. Dass sich das jemals wieder steigern wird, hoffe ich zwar, aber bezweifeln muss ich's doch. Ich denke der breiten Masse, damit meine ich v.a. die Moba Spieler, fehlt einfach die Teamkomponente in Starcraft II. Sie werden einfach nicht motiviert, sich ranzusetzen und das Spiel zu lernen. Übermäßig schwer zugänglich ist es nämlich mmn nicht. Auch in LoL und (gerade) Dota 2 muss man das Spiel erst lernen, bevor man richtig Spaß hat (wobei mir Starcraft II auch beim Lernen schon immer sehr viel Spaß macht).

Das Blizzard immer noch neue Inhalte, in Form von Coop-Missionen u.ä., für das Game raushaut finde ich super. Es hält das Spiel am Leben, denn tot, oder "daed" war es nämlich noch nie!

PS: Übrigens waren das einige unglaubliche Finalspiele, die wir dieses Jahr hatten. Extrem spannend, extrem hohes Niveau. Ich denke durch Legacy of the Void ist das ganze auch noch mal ein ganzes Stück attraktiver geworden. Nützt aber wenig, denn als Zuschauer kommen nun mal hauptsächlich die Spieler in Frage :/.

7. November 2016 - 22:57
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Zahard
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18.09.2017 - 13:45
26.11.13
234

Hi Exedo,

die eSport-Szene würde man nicht durch neuen Content retten, sondern durch mehr Geld für Turniere oder Events. Spätestens seit dem Region-Lock geht es meinem Empfinden nach extrem bergab und Blizzard hat es versäumt nachzusteuern, obwohl lotv noch relativ frisch ist. Wenn man dagegen vergleicht, wie viel Geld in Heroes, Hearthstone und Co. gesteckt wird, finde ich das schon enttäuschend. Da hatte ich deutlich mehr erhofft von einer Blizzcon, besonders nach dem Freitod der koreanischen Szene.

8. November 2016 - 7:48
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DDyrdek1992
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21.09.2017 - 22:30
07.07.16
59

Bei Starcraft habe ich noch was von einer War Chest gehört. Darüber würde ich gerne mehr wissen falls jemand da genauer Bescheid weiß. :)

8. November 2016 - 13:42
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Zahard
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18.09.2017 - 13:45
26.11.13
234

Danke @DDyrdek1992, die Ankündigung ist mir wohl durchs Netz gerutscht^^

Tatsächlich hat Blizzard etwas announced, dass Richtung eSport geht, aber auch wieder primär auf Casual-Spieler ausgerichtet ist. Wie sie in der englischen Zusammenfassung schreiben, kann man ingame-Goodies kaufen (die man jedoch dann freispielen muss), von dessen Preis ein Teil in ein eSport-Event geht. Unterteilt in zwei Saisons im Jahr gibts dann immerhin ein größeres Turnier, das durch Usergeld gepusht wird. Klingt gut, aber dient unterm Strich auch primär um Geld zu machen. Das ist nicht verwerflich als Unternehmen, aber ich hätte mir weiterhin mehr gewünscht, um besonders die koreanische Szene wieder anzukurbeln.