Interview mit Manuel "Grubby" Schenkhuizen

Manuel "Grubby" Schenkhuizen stand uns, kurz bevor er das Finale des ASUS ROG Tournaments auf der Assembly Winter 2014 in Helsinki gecastet hat, für einige Fragen zur Verfügung.

Niklas | Honor 15.02.14

Manuel "Grubby" Schenkhuizen stand uns kurz bevor er das Finale des ASUS ROG Tournaments auf der Assembly Winter 2014 in Helsinki gecastet hat, für einige Fragen zur Verfügung. Der Niederländer hat das komplette Turniere zusammen mit Khaldor gecastet. Grubby teilt einige seine Erfahrungen seiner mehr als 10 Jahre langen eSport Karriere mit uns und gewährt Einblicke in seine Gedanken über die Szene.

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Hallo Grubby, eSport für immer?

Ich kann jetzt noch nicht sicher sagen, ob ich eSport für immer mache, doch wenn ich meinem Herzen folge und es fühle, heißt es eSports für immer. Ob das möglich ist, weiß ich nicht, schön wäre es aber.

Hast du eigentlich was studiert?

Seit ich 18 bin, habe ich keine Schule mehr besucht. Als ich 17 war, war ich schon als Gamer unterwegs. Also musste ich mich entscheiden ob ich auf die Uni gehen möchte oder mich nun komplett auf das Gaming konzentriere. Ich entschied mich für die Gaming-Karriere.

Wie sieht es denn bei dir 2014 aus. Du bist als Caster und als Spieler unterwegs. Wirst du dich jetzt auf eine Sache besonders konzentrieren oder willst du nochmal richtig angreifen in Starcraft II? Wie schätzt du da deine Chancen ein?

Richtig angreifen ist mein großes Ziel. Und das mache ich auch am meisten dieses Jahr. Manchmal werde ich aber auch auf ein Turnier eingeladen zum casten, was ich auch sehr schön finde.

Du bist ja jetzt schon ewig dabei. Wie viel Jahre nochmal? Zehn?

Sieben Jahre Warcraft 3 und jetzt schon drei Jahre Starcraft II.

WoW, was sind denn so deine Haupterkenntnisse aus dieser Zeit? Was konntest du für Lebensweisheiten aus der Zeit gewinnen? Was sind deine schönsten Erfahrungen?

Die Teilnahmen an den World Cyber Games waren besondere Ereignise für mich, 2007 war das erste Jahr, in dem ich kein großes Turnier gewonnen habe. Alle dachten ich schaffe das, was ich in 2004 vollbracht habe, nie wieder und dann gewann ich den Titel in 2008 noch einmal. Das war ein unglaublich tolles Gefühl.

Also mit Lebensweisheiten meine ich auch so Sachen wie: Was konntest du über die Szene herausfinden, was war besonders. Was würdest du anderen mitgeben, wenn sie im eSport anfangen wollen?

Als erstes möchte ich sagen, dass ich da war, als es los ging mit dem eSport. Als er wuchs und alles so langsam seinen Lauf nahm. Deshalb sehe ich eSport als mein und unser Baby. Es ist mir sehr wichtig, weil ich es aufwachsen sehen hab. Ich denke das eSport großartig ist weil er Landesgrenzen, geschlechtliche und kulturelle Grenzen außer Kraft setzt. Ich hab bereits gegen Spieler aus allen möglichen Ländern gespielt, seien es jetzt Russen, Europäer, Südafrikaner, Koreaner und viele andere Nationen. In welchem anderen Sport kann man sich tagtäglich mit Menschen von all diesen Orten messen? Weiterhin gibt es Menschen, die sehr gut geworden sind in einem Sport. Zum Beispiel Kampfsport oder ähnliches. Sie verletzten sich und waren auf der Suche nach etwas Anderem, mit dem sie ihren Wettkampfwillen besänftigen konnten. Leute wie AbomB aus Irland oder Bling aus England. Sie alle waren angehende professionelle Sportler. Der Punkt, auf den ich hinaus möchte ist, dass es Menschen gibt, die eine Karriere endende Verletzung erlitten und nach etwas suchten, in das sie ihre Energie stecken können. Und da war der eSport. Alles, was man hier braucht, ist ein gesunder Geist und gesunde Arme und Hände um dich mit den anderen zu messen. Deswegen denke ich das dieser Sport sehr wenige Barrieren birgt, wenn wir ihn mit den anderen Sportarten vergeleichen. Er hat unendliche Möglichkeiten, weil die Welt des eSport nicht auf Standardregeln wie die Schwerkraft und die Regeln der Physik in der echten Welt zu hören braucht. Sie ist eine virtuelle Welt und kann jegliche Form annehmen. Sie kennt keine Grenzen, außer die Vorstellungskräfte des Spieleentwicklers. Wir haben bislang nur die Spitze des Eisberges dessen gesehen, wie diese Welt aussehen kann. Es werden viele neue Spiele kommen, die zum eSport gehören. Und deswegen ist es so bereichernd, ein eSport Fan zu sein. Es gibt eine riesige Vielfalt, so viele verschiedene Spiele, die wir sehen und genießen können und das ist, warum ich selber ein großer Fan des eSports bin.

Du als Starcraft II Spieler, hast du manchmal Motivationslöcher, also mal überhaupt gar keine Lust auf das Spiel? Und was tust du dagegen?

Genervt aufjedenfall, denn ich denke das Starcraft II sehr frustrierend sein kann. Es gibt sehr wenige Glücksmomente. Jedes verlorene Spiel ist meine eigene Schuld und somit auch sehr schwer zu akzeptieren.

Was ist dein Mittel gegen Frust?

Das beste ist eine Pause und manchmal hilft es beim Frust über den Gegner, bzw. die andere Rasse, einfach mal ein paar Spiele selber die Rasse zu wechseln, um zu sehen, dass es gar nicht so einfach ist, das zu machen, was der Gegner gespielt hat.

Dieses Interview ist für Bonjwa.de. Eine eSport Schule, gegründet im November 2013. Was denkst du sollte eine Online eSport Schule haben und bieten können. Speziell für Starcragt II.

Es ist wichtig, Leuten auf jedem Spielniveau zu helfen.

Wie siehst du die Entwicklung von eSports 2013 im Gegensatz zu 2012 und 2011. Zum einen auf eSport allgemein, zum anderen auf Starcraft II bezogen.

Allgemein denke ich, dass wir jedes Jahr gewachsen sind. Für Starcraft II war es ein paar Monate sehr gut mit dem Launch von Heart of the Swarm. Aber jetzt haben wir ein bisschen weniger Zuschauer auf den Streams. Ich denke das ist okay. Die Hardcore Fans von Starcraft II sind noch immer dabei, dafür sind wir alle sehr dankbar. Mit dem nächsten Launch von Legacy of the Void, werden sicherlich wieder mehr Leute auf den Streams sein. Auch der kostenlose Arcademodus lockt die Menschen an.

Denkst du die Foreigner haben auf lange sicht noch eine Chance in Starcraft II ?

Ich habe vor drei Jahren gesagt, dass es in ein paar Jahren nur eine handvoll Foreigner geben wird,die wettbewerbsfähig sein werden und sich mit den Koreanern messen können. So ca. 5-10 Spieler. Und ich denke das diese Voraussage ziemlich genau eingetroffen ist. Hoffnung ist immer da, aber es wird aufjedenfall sehr schwer.

Was ist das Schlechteste am eSport? Was würdest du ändern wollen wenn du könntest?

Dass Verträge kaum einen Wert haben. Es ist mehr vertrauen und Professionalität notwendig.

Was ist das Beste am eSport?

Spaß, viel Spaß.

Danke für das Interview. Hast du noch letzte Worte für die Zuschauer?

Viel Glück mit Bonjwa, und viel Spaß an die User von Bonjwa. Dankeschön an meinen Haupsponsor BenQ und danke an ASUS ROG, die dieses Event möglich machen.

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Autor: Niklas | Honor

Um-die-Ecken-Denker, Über-den-Tellerand-Späher, Ideen-Umsetzer, Ideen-haber, Junkie der Herausforderung, Motivator, Nicht-an-Regeln-Halter, Peter Pan, Gründer von Bonjwa, ich werde König der Piraten!

16. Februar 2014 - 0:22
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eXodus
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27.04.2014 - 21:37
15.11.13
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Super netter und sympatischer kerl.

Auch wegen seines Charakters ist Grubby einer meiner liebsten Pro- Gamer :)

und wirklich gutes Interview Niklas!

16. Februar 2014 - 2:57
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WaWu
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27.06.2018 - 12:52
15.11.13
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Ein Traum dieser Mensch :)

16. Februar 2014 - 3:34
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Phenexx
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13.12.2018 - 21:38
19.12.13
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man man man echt sympathischer kerl, da will man ja glatt schwul werden <3 *no homo* *ernster blick* #Yolo

16. Februar 2014 - 11:39
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Eddy
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28.03.2014 - 22:00
28.12.13
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Sein Deutsch ist doch das aller beste :-D

16. Februar 2014 - 12:52
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NukEiT
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16.02.2014 - 12:52
22.11.13
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müsst ihm mal beim laddern zusehn. er ist quasi die Inkanation der guten Manieren

16. Februar 2014 - 14:49
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CryptacToune
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16.02.2014 - 14:49
15.11.13
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Selten so einen sympathischen Menschen gesehen.

17. Februar 2014 - 17:46
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Mademan
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28.12.2017 - 13:30
15.11.13
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Immer wieder nett einen Talk mit Grubby zu sehen ;)

22. Februar 2014 - 19:55
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Froq
Core
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16.04.2018 - 15:32
16.11.13
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Mich würde mal interessieren, ob Grubby auch sowas wie eine böse Seite in sich trägt ^^

23. Februar 2014 - 15:39
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misterxy1994
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10.07.2014 - 01:42
09.12.13
6

Ich mag Honor's Stimme total. Er redet immer so ruhig und gelassen.

Deswegen mag ich die Interviews auch so gerne.

7. April 2014 - 21:59
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hot_ice
Core
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28.03.2015 - 21:02
15.12.13
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Schönes Interview und Video. "Lebensweisheiten" wurde zwar nicht beantwortet, dafür gab's zwei andere tolle Antworten Gratis Dazu :)

7. April 2014 - 22:16
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hot_ice
Core
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28.03.2015 - 21:02
15.12.13
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Die Frage finde ich hier zwar nicht so angebracht, weil es um das Interview geht, aber wenn du seine Streams schaust - etwas Egoismus z.B. oder etwas Empfindlichkeit bei Kritik. Wohlgemerkt "etwas" :) Das erwähne ich auch nur, weil es ihn wohl wieder in besseres Licht rückt, wenn man es mit anderen Leuten vergleicht. Außerdem bin ich der Meinung, dass ein anderer Blickwinkel immer dazu gehört (hier: auf grubby).